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Leben
und Werk
Ausstellung 2010 Gimbsheim
Spurensuche in Gimbsheim
Gimbsheimer Ansichten
Weinprobierkeller Gimbsheim
100 Jahre SV Gimbsheim
Bottrop-Kirchhellen
Erich Graf
im Rathaus Stuhr
Grafs
Tierleben
Schöne
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Graf von Gimbsheim Designs
GvG-Team
Weihnachtsmarkt 2010 Gimbsheim
Neue Ansichten von Gimbsheim
Abraham David
ein jüdischer Auswanderer
aus Gimbsheim
Das
Schicksal der Gimbsheimer Familie Hirsch im Dritten Reich
Weitere Holocaust-Opfer
IMPRESSUM+Copyright




Am 14.12.2011
verstarb
Elisabeth Graf.
Sie war
mit Erich Graf mehr als
50 Jahre
verheiratet.

22.2.1926 - 14.12.2011
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It's interesting that you have found so many people from
your area that had great influence here in the US. We sometimes think of
ourselves as a former English colony, but, in fact, people from all over
the world helped build this country. Many of the best and most brilliant
came from Germany. (Don Adams, Wilmington, NC,
Mai 2012)
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Auf dieser interessanten Website
finden Sie eine Zusammenfassung unserer Auswanderergeschichte. Klicken Sie einfach auf das Logo. |
Vom Rhein an den Cape Fear River
Eine rheinhessische Auswanderergeschichte
Rheinhessische Geschichte(n): Bd. 1
Das Buch erscheint im August. Sie können es schon jetzt
vorbestellen (ISBN:
978-3-935651-40-0, Kehl-Verlag, Preis 19,90 €) |
Abraham Weill aus Lambsheim. Der Pfälzer Auswanderer
hat einen festen Platz in der Geschichte North Carolinas.
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Zu den Einzelheiten vgl. nebenstehenden Artikel
aus der Wormser Zeitung vom 19.4.2012

©
Hanover County Public
Library, Wilmington |
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Im
"Heimatjahrbuch des Rhein-Pfalz-Kreises" erscheint eine ausführliche
Würdigung von Abraham Weill.
Von der Gefängniszelle auf den Bürgermeisterstuhl: Aaron Haas aus Hamm am Rhein

Die Wormser Zeitung berichtet darüber.
Zum Lesen klicken Sie bitte auf das Bild. |

Aaron Haas
© The Breman Museum Atlanta |
Prince of Tampa
Merchants
Abraham Maas aus Dolgesheim, der "Hermann Tietz" von Florida
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Maas Bros.
Greater Tampa's Greatest Store |
Drei Männer, die es geschafft haben: links
Isaac , rechts Abe Maas, in der Mitte Neffe Jerome Waterman,
Sohn von Schwester Henriette |
Abe Maas war einer der wohlhabendsten Männer
von Tampa, einer Stadt an der Westküste Floridas. Als er 1875
aus Dolgesheim in Rheinhessen nach Amerika auswanderte, dürfte die
Anzahl der Dollars in seiner Tasche geringer gewesen sein als
seine englischen Sprachkenntnisse. Als in Deutschland das Militär
rief, folgte Abraham seinen Brüdern in die USA.
Hier machte er sich
zugleich auf die
Suche nach seinem sweetheart aus Guntersblum, "a beautiful
red-head, the lovely Philabena Wolf", um anschließend zusammen mit
seinem Bruder Isaac zu Kaufhaus-Magnaten von Florida aufzusteigen.
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Old-Timers Get Together - und Abe (links) gibt den Ton an
Dass Abe Maas nicht nur Gold im Safe, sondern auch in der Kehle hatte,
bewies er bei mancher Gelegenheit. Als das obige Foto auf einer
Veranstaltung für ältere Mitbürger am 18. Oktober 1935 in Tampa
entstand, singt er gerade den damals populären Schlager "Silver Threads
Among The Gold". Früher liebte es Mr. Abe allerdings auch etwas
"fetziger": In der Elks Band von Tampa haute er auf die bass drum.
Und in einer "Uncle Abe's night" zur vorgerückten Stunde oder bei
einer moonlight party gab
"our Abe", wie ihn seine Freunde auch zu nennen pflegten, nur zu gerne das alte Emigrantenlied "Down where the Würzburger
Flows" zum besten. Und als im 1. Weltkrieg auch von den
deutschen Immigranten Patriotismus eingefordert wurde, dichtete er
die Liedzeilen: "What is this cry we hear, falling loudly on the
ear? "Save and serve and win the war" it seems to say: Simply use a
little thrift, give old Uncle Sam a lift, Help support our gallant
boys so far away! ... Who's to buy our boys their guns, which they
need to fight the Huns? Who's to send the food and uniforms across?
Aren't you going to lend a hand for the safeguarding of the land?
Das alles intoniert nach der schmissigen Melodie des Civil War Songs
Tramp, tramp, tramp,
the boys are marching...
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Das musikalische Talent vom Großvater geerbt hatte offensichtlich
die Enkeltochter Emilie Winston. Gerade einmal sechzehn Jahre alt nahm
sie 1927 einen ihrer selbst komponierten Titel auf: Goin' home again
Blues. Die feine Gesellschaft von Tampa tanzte nach dieser Musik
Foxtrott. Die jazzige Nummer muss wirklich gut gewesen sein. Adrian
Rollini & the Golden Gate Orchestra nahm sie in ihr Repertoire auf
und veröffentlichte sie auf Schallplatte. Bei amazon kann man in
die flotte Nummer hineinhören. Dass die junge Komponistin einen
Großvater und eine Großmutter aus Rheinhessen hatte, wissen indes nur
die Leser und Leserinnen dieser Zeilen.

Emilie |
Goin' home
again -
Für Abe Maas war die Komposition seiner Enkeltochter
Programm. Denn seine alte Heimat hat er nie vergessen. Seinen Bruder
Isaac zog es bereits 1895 zum ersten Mal nach Deutschland zurück.
Dabei stand selbstverständlich auch ein Besuch in Dolgesheim auf dem
Programm. Abe unternahm in den 1920er und 1930er Jahren fast
jährlich eine Deutschlandreise. Mit glühenden Worten berichtete dann bei
seiner Rückkehr nach Amerika von seinen positiven Eindrücken
im neuen, demokratischen Deutschland. Bis
zum Machtantritt der Nazis waren sie voller Optimismus für die
Entwicklung des Landes und von Zuneigung zu den ehemaligen
Landsleuten geprägt:
"In Germany they tore down the old structure of
militarism and built a nation of freemen, busy and happy and keen.
... Today Germany is in better condition than America. There is less
unemployment; people are working harder, and yet they find more time
for play than we do. ... Germany never has hated America. ... A wonderful people ... Notwithstanding trouble here and there with small bodies of the
nationalist party which breaks out now and then."
Und einige Jahre später, 1932, stellte sich für seinen Bruder Isaac
auf seiner Deutschlandreise die drohende Gefahr noch deutlicher dar:
"Although uneducated
and crude Hitler has a large following in Germany, because he is a
good talker an because many persons think any change would be better."
Was dieses wunderbare Volk schon bald darauf
anrichten würde, konnten die Brüder zu diesem Zeitpunkt allerdings
noch nicht ahnen. 1937 unternahm Abe Maas zusammen mit seiner Frau seine letzte Reise in die alte
Heimat. Maas war ernüchtert und
gründete einen Hilfsfond für Verfolgte des NS Regimes -
ausdrücklich nicht nur für Juden, sondern auch für verfolgte
christliche Glaubensbrüder.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde
die Geschichte der Familie Maas erstmals durch einen
Artikel in der AZ Mainz (Landskrone) bekannt gemacht. (klicken
Sie auf das Bild)
Friends in New York... Just like you remember
it
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Wo gibt's die besten Hot Dogs in New
York? Natürlich bei Heid’s. Was dem Berliner seine Currywurst ist dem New Yorker sein
Hot-Dog. Und bei Heid’s schmecken die heißen Würstchen besonders
gut. Als eines der ältesten Drive-ins (seit 1917) ist Heid’s eine
Institution und seine Hot Dogs bei Einheimischen wie Touristen
gleichermaßen beliebt. Und wer begründete die Hot Dog Dynastie in
New York? Es war ein Gimbsheimer Metzgermeister: Michael Heid. Nicht
zu verwechseln mit Michael Heid, dem Bürgermeister von Liverpool,
das war sein Sohn.
Klicken Sie auf den Bierkrug und schauen einmal kurz bei Heid's
vorbei.

©
guya702 (ebay.com)
Bei ebay und anderen
Internetbörsen stößt man gelegentlich auf Memorabilia
rheinhessischer Auswanderer-Geschichten.
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Die Stadt und der Staat New York waren ein Sammelbecken
von Auswanderern aus Rheinhessen. Als 1904 ein erfolgreicher
Geschäftsmann zum 50. Jahrestag seiner Auswanderung seine
Gimbsheimer
Verwandtschaft nach Amerika einlud, war die Wiedersehensfreude groß.
Gemeinsam besuchten sie viele weitere ehemalige Auswanderer aus der
Altrheingemeinde. An die Adressen zu kommen, war nicht schwer.
Arbeitete doch einer von ihnen in einem New Yorker Paketpostamt.
Man wäre bei dieser rheinhessischen Reunion gerne dabei gewesen, als sich
die Auswanderer und ihre Gäste, vielleicht bei einem Würstchen in
der Bahnhofskneipe der Heids oder beim Night Lunch im
Restaurant des Kaufhauses Deys - mit Kuchen à la Guntersblum
versteht sich, die Lebensgeschichten erzählten.

An einigen dieser Geschichten können Sie bald Anteil nehmen.
Ein Schwerpunkt einer kleinen Ausstellung, die im September in Gimbsheim
präsentiert werden soll, sind die rheinhessischen Auswanderer in New
York. Ihre Namen lesen sich wie ein Who-is-who von Familiennamen aus
Alsheim, Eich, Gimbsheim, Guntersblum usw. Die Ausstellung wird für
einige Besucher auch eine Wiederbegegnung mit Namensvettern und
vielleicht sogar mit den den eigenen
Vorfahren sein. |
I Pity The Poor Immigrant
Who wishes he would've stayed home
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Mitleid mit dem armen Immigranten zeigte Bob Dylan dereinst
in einem Song auf seinem John Wesley Harding-Album.
Mit Recht.
Das Leben der Auswanderer zeichnete
sich natürlich nicht nur durch Erfolgsgeschichten aus. Denn in der Regel
war es hart und entbehrungsreich, zumindest für die 1. Generation.
Und wer in der alten Heimat nichts auf die Reihe bekam, dem fiel es
auch in der Fremde schwer, Fuß zu fassen.
Besonders dramatisch verlief das
Auswandererabenteuer für Philipp O. und Katharina B. aus Gimbsheim.
Die beiden Liebenden - Fahnenflüchtling Philipp und seine Geliebte,
die verheiratete Mutter zweier Kinder, Katharina, machten sich bei
Nacht und Nebel auf nach Amerika. Sie, von ihm erneut in die gerade
entronnen geglaubte Hausfrauenrolle gedrängt und auch sonst vom
arbeitsmüden Liebhaber enttäuscht, wollte zurück in die Heimat. Das
gefiel dem konsternierten Philipp so gar nicht und er sah keinen anderen
Ausweg als den gemeinsamen Tod. Die Bereuende war schon auf dem
Schiff nach Deutschland, als er zunächst sie und dann sich selbst
erschoss. Ironie des Schicksals. Im Tod bekam er dann doch, was er
wollte. Die Amerikaner beerdigten das Opfer und seinen Mörder Seite an Seite auf einem New Yorker Friedhof.
Der Fall schlug damals - 1891 - in den USA hohe Wellen und die
Zeitungen von New York bis Los Angeles berichteten darüber.
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Gabriele Hannah hat
einmal versucht, das dramatische Geschehen in dichterische Worte zu fassen:
Moritat
von Philipp & Katharina
Leider gibt es auch Geschichten
Voller Tragik zu berichten.
So floh dereinst ein junges Paar
Heimlich nach Amerika.
Die Verbindung dieser Beiden
Konnten viele Leut´ nicht leiden.
Denn die Dame war nicht frei
Hat Ehemann und Kinder – zwei!
Und den jungen Mann verbindet sehr
In Mainz die Pflicht beim Militär.
Heimlich, ohne Abschied nehmen
Beide sich von dannen stehlen.
Ganz anonym als Ehepaar
Erreichen sie Amerika.
Dort leben sie als Frau und Mann
Auf einer deutschen Bauersfarm.
Doch bald schon trübte sich das Glück
Und die Dame will zurück.
Die Hoffnungen auf bessre Zeiten
Endete in Streitigkeiten.
De Phillip, der vum Schaffe mied
Nur teilnahmlos im Bettschje liegt
Sei scheene Kleider sin zerschliesse
All die Kneppscher abgerisse
„Cathrienschje, kumm“ – so dud er flehe
„Kennscht mer doch die Knepp oonähe!“
Doch des Cathriensche dud nur lache –
„Des kannschte grad mol selwer mache.“
Und schmeißt des Hemd ihm aafach hie
„Isch fahr zurück nach Germany!“
„Na du färscht nett!“ Sagt er bestimmt.
„Un isch fahr doch! – Egal was kimmt!“
Mim Köffersche und ihre Kleider
Besteigt sie dann das Dampfschiff „Eider“.
Er folgt ihr nach – „hab´doch Erbarme“!
Und schließt sie fest in seine Arme.
E kurz Gerangel – dann ein Schuss
Es kam wie´s ebe kumme muss.
Und als sie liegt zu seinen Füßen
Tud aach de Philipp sisch erschießen.
Jetzt lien sie alle beide dort
En quasi „Selwer-Doppelmord“.

Phillip & Katharina
wie sie ein New Yorker Zeitungszeichner sah.
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Raphael Hirsch, born in Gimbsheim Hesse Darmstadt,
Germany - Welches Auswanderer-Schicksal verbirgt sich hinter
diesem Grabstein? Wir sind auf Spurensuche in Atlanta. Am 22. März
fliegt Gabriele Hannah in die Staaten.

Hirsch-Hall in Atlanta abgerissen. Erbaut von einem
Auswanderer aus Gimbsheim.
Joseph Hirsch, Onkel von Harold Hirsch, hat sein Vermögen
in der Bekleidungsindustrie gemacht. Er war sozial sehr engagiert und
Mitbegründer des „Grady Memorial Hospital“ in Atlanta, dessen
Nachfolgebau „Hirsch Hall“ genannt wurde. Als sie einem Erweiterungsbau
des Krankenhaus Platz machen sollte, bildete sich einer
Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt einsetzte. Genutzt hat es
nicht. Am 14. September 2011 wurde die Hirsch-Hall abgerissen. Die
Bilder der Demolition sind z.B. zu sehen auf Internetplattformen wie
Facebook oder Flickr.
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© flickr.com |
© flickr.com |
"Americans
Are Great Curiosity in Some Parts of Germany"
... especially in Gimbsheim
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Im Anschluss ging die Reise weiter nach Konstanz, Luzern,
Lugano, Mailand, Venedig, Rom, Neapel.
Zwischen Frankfurt und Konstanz war Gimbsheim der einzige Zwischenstopp
in Deutschland.
Der Kontakt zu den Gimbsheimer Turnern kam in Frankfurt zustande. Bei den
amerikanischen Gästen handelte es sich wahrscheinlich um ehemalige Auswanderer
aus Gimbsheim und Guntersblum bzw. deren Nachfahren. Wir gehen der
Geschichte nach. |
Eine Delegation aus dem Staate New York besucht
1908 das
11. Deutsche Turnfest in Frankfurt am Main. Hier
ein Auszug aus dem Bericht der amerikanischen Turner:
The Turnfest at Frankfort was the was the largest international fest
ever held and was the most successful. What impressed the Americans most
was the enthusiasm shown by the public in general. . ...
In Gimbsheim we had a peculiar experience. They were told to
change cars at Guntersblum and wait three hours for the train. Gimbsheim
was only a half hour's drive away and so we decided to hire a cab and
drive over. Then it was found that the only cab in town had already gone
over to Gimbshelm.
The Salt City party had about made up their composite mind to “hoof it"
when a milkman came along, and volunteered to drive the party over. With
bag and baggage made a sight to behold on the top of that milk wagon,
when they drove into the village. Then we went about 200 feet beyond
their destination, when a woman cried out that they bad passed the place
they were to stop at. It seemed that everybody In the village had known
for six weeks that four Americans were to visit Gimbsheim.
After meeting with their newly made friends we were surprised to notice
how many of the neighbors came in to return various borrowed articles,
such as a sickle, a bread pan. etc. and then to express great surprised
in encountering strangers. It was evident that the villagers simply
wanted an excuse to see the Americans for Americans In that town were
indeed a rarity. . |
Bolero von Gimbsheim
"Auswanderer" auf vier Pfoten. Eine tierische Geschichte aus dem 1.
Weltkrieg
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Bolero von Gimbsheim im Jahre
1917 -
auch in seiner Wahlheimat ein erfolgreicher Jäger |
Bei den
Vorbereitungen einer Auswanderer-Ausstellung sind wir auf eine
unbekannte Episode deutsch-amerikanischer Geschichte gestoßen. Ein
Jagdhund aus Gimbsheim wird auf verwundenen Wegen in die USA geholt.
Er wird auf Ausstellungen gefeiert und ist deutscher Stammhalter der
amerikanischen Korthals-Griffons.
Mitten im Krieg im gegnerischen Lager hohe Anerkennung zu genießen
oder gar von der Presse des Landes gefeiert zu werden, gelingt
sicherlich nur ganz wenigen. Dazu muss man schon Schauspieler,
Sänger oder Sportler sein – oder eben eine tierische
Ausnahmeerscheinung wie es Bolero von Gimbsheim eine
war.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kam der rheinhessische
Vierbeiner unter seinem Züchternamen
Bolero von Gimbsheim
ganz groß heraus. Seine Geschichte und seine Leistungen brachten es
in die amerikanischen Zeitungen. An seiner deutschen Herkunft störte
sich hier niemand. Im Gegenteil. Man schwärmte geradezu für den
Rassehund aus Rheinhessen. Die US-Presse feierte ihn überschwänglich
als den am besten gezüchteten und trainierten Hund, der jemals in
die Vereinigten Staaten importiert worden sei. Man lobte seine
perfekte äußere Erscheinung, seine hervorragende Erziehung und
seinen ausgezeichneten Charakter. Und der deutsche Stammhalter aus
Gimbsheimer Zucht hielt, was man sich von ihm versprach. Bei
amerikanischen Hundeausstellungen war er kontinuierlich über Jahre
hinweg Gewinner seiner Klasse und trug damit wesentlich zur
wachsenden Beliebtheit der Korthals-Griffons in den USA bei. |
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...Keep
up your Good Work on my family , Yael
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Die englische Künstlerin Yael David-Cohen wurde
1942 in Jerusalem geboren. Ihr Großvater, Simon David, stammte aus
Gimbsheim. Yaels Vater musste Deutschland 1933 verlassen. Er emigrierte
nach Paris und 1936 nach Palästina. Die David Familie - und alle ihre
Nachkommen in Gimbsheim - stammt ursprünglich aus Alsheim. Die
Nachfahren der Familien David leben heute in England, Israel und den
USA.
Mit Yael David-Cohen findet ein reger Austausch statt über ihre deutsche
Familiengeschichte. Während der Ausstellungseröffnung in Gimbsheim ergab
sich die Gelegenheit zu einem persönlichen Kennenlernen.
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© VG Museum, Hartmut Noffke (Bild 1 u.
3)
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In der SWR-Landesschau vom
9.12.2011 wurde ein Beitrag über unsere "Coca-Cola-Forschung"
gesendet.
Harold Hirsch
-
“The
Guru of the Coca-Cola
Company”
und seine rheinhessischen Wurzeln
Harold Hirsch war
Vice
President der Coca-Cola Company
und verantwortlich für Rechtsangelegenheiten. Sein Auftrag lautete,
Coca
Cola weltweit zur Nummer 1 zu machen. Für Hirsch hieß das, der
Konkurrenz u.a. mit juristischen Mitteln das Geschäft zu erschweren
und Plagiatoren das Handwerk zu legen. Wesentlich dazu beigetragen
hat die legendäre Flaschenform. Harold Hirsch hatte die geniale
Idee, das Getränk in einer unverwechselbaren und einmaligen Flasche
abfüllen zu lassen und gab den Anstoß, eine
solche Flasche zu entwickeln.
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© CCE AG
Be different or be damned! - Der Weg zur Konturflasche |

© CCE AG |
Heinz Wiezorek, ehemaliger Senior Vice President von Coca-Cola über
den Anteil von Harold Hirsch am Erfolg von Coca Cola: Ohne die
moderne Verpackung wäre dieser globale Siegeszug niemals möglich
gewesen... Dem Anwalt Harold Hirsch ist es wohl zu
verdanken, dass 1915 die Coca-Cola-Flasche mit dem Hüftschwung, die
„Mae-West-Flasche“ eingeführt wurde. Diese neue Flasche sollte
Coca-Cola schließlich genauso stark symbolisieren wie das
Schriftlogo und dadurch eine Sonderstellung der Marke sichern. Der
berühmte Industriedesigner Raymond Loewy nannte die „perfekt
geformte“ Flasche „aggressiv weiblich“ – sie besitze „zwanzig clever
kaschierte Tricks ... um verführerisch und befriedigend in der Hand
zu liegen“. Harold Hirsch war weniger poetisch, dafür umso
direkter in der Anzeigenwerbung: „Wir haben die Piraten der Branche
abgefüllt“ ... und: „Sie haben die alte Flasche und das Etikett von
Coca-Cola nachgemacht, aber die neue können sie nicht nachmachen –
sie ist patentiert.“ Erst jetzt war der Grundstein für eine
weltweite Verbreitung geschaffen. Schriftlogo und eigenständige
Konturflasche waren der Garant dafür, dass Produkt und Marke von
Wettbewerbern „abgehoben“ blieben. (Quelle: Gundlach-Markenforum,
1999)
Was bisher niemand wusste: Der Vater von Harold
Hirsch, Heinrich Hirsch, war ein Auswanderer aus Gimbsheim, der
Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika emigrierte. Auch Harolds
Großeltern mütterlicherseits stammten beide aus Rheinhessen, und
zwar wahrscheinlich aus Worms (aus Hagenbach kommend). Sie waren
gleichzeitig die Schwiegereltern seiner ebenfalls vom Altrhein nach Atlanta
ausgewanderten Onkel Joseph und Moritz. In Atlanta
konnte Harold Hirsch viele weitere Deutsche aus der Heimat seiner
Vorfahren begrüßen, die, jeder zu seiner Zeit, im politischen,
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Hauptstadt von
Georgia eine Rolle spielten. Das Herrenbekleidungsgeschäft seiner
Verwandtschaft, Hirsch's Bros., hatte Bestand bis in die
1960er Jahre. Ein am Coca-Cola-Place gelegener Krankenhausbau wurde
nach seinem Onkel Joseph Hirsch-Hall benannt. Im September
2011 musste das Gebäude
abgerissen werden, nachdem es durch die von einem Tornado angerichteten Zerstörungen baufällig geworden war. Aktuelle Bilder
des Abrisses, der von Protesten einer Bürgerinitiative begleitet
war, finden sich z.B. auf Facebook und Flickr.
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Harold
Hirsch
© The Breman Museum Atlanta |
Heinrich
(Henry) Hirsch
© The Breman Museum Atlanta |
Im Rahmen unserer Forschungen über jüdische Auswanderer aus
Rheinhessen in die Südstaaten von Amerika wurden diese Zusammenhänge
jetzt ersichtlich. Auswanderer aus Rheinhessen spielten überhaupt im
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Staaten wie North
Carolina, Georgia oder Florida eine wichtige Rolle. Insbesondere
Wilmington in North Carolina und Atlanta in Georgia waren
Treffpunkte von Auswanderern aus rheinhessischen Gemeinden. Ein
Auswanderer aus Hamm war sogar einmal Bürgermeister von Atlanta. Das
Wilmington-Projekt steht kurz vor dem Abschluss (s.u.). Nächstes
Forschungsprojekt: Atlanta, Georgia und dazu gehört natürlich auch
die Geschichte von Harold Hirsch.
In der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 15.10.2011 und in der
Wormser Zeitung vom 12.11.2011 erschien dazu nachfolgender Artikel* (Bild anklicken).

(*) Zwei kleine Korrekturen: Harold Hirsch war der
Sohn des Gimbsheimer Auswanderers Heinrich Hirsch. Harold selbst
wurde in Atlanta geboren.
Die neuartige Flasche wurde von ihm um 1915 eingeführt.
Wilmington NC Revisited.
Grußbotschaft von Bürgermeister Peter Kölsch überreicht.
Die Wormser Zeitung berichtet darüber:
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(zum Lesen
des Artikels bitte auf das Bild klicken)
(weitere Informationen finden Sie
hier - englischsprachige
Informationen unter:
Abraham David –
A Jewish American immigrant from Gimbsheim. Searching for clues in
Wilmington, North Carolina) |
Vor bald nunmehr 150 Jahren wanderte Abraham David aus Gimbsheim
nach Amerika aus. In Wilmington, North Carolina, an der
amerikanischen Ostküste, ließ er sich nieder und baute dort ein
Bekleidungsunternehmen auf, die A. David Company. Repräsentative
Geschäftshäuser, die seinerzeit eigens für den Auswanderer vom
Altrhein gebaut wurden, zeugen noch heute von seiner erfolgreichen
Unternehmenstätigkeit.
Gabriele Hannah aus Mainz ist soeben von einem USA-Besuch zurückgekehrt, wo sie für ein Buchprojekt des GvG-Teams über die
Auswanderer vom Altrhein forschte (s.u.).
Die Gäste vom Rhein wurden in der Stadt am Cape Fear überaus herzlich empfangen und die Archive öffneten sich
bereitwillig.
Höhepunkte waren sicherlich Besuche bei der dortigen Historischen
Gesellschaft, der jüdischen Gemeinde und natürlich die Besichtigung
des Abraham-David-Hauses. Gabriele Hannah überreichte eine
Grußbotschaft und ein Gastgeschenk von Ortsbürgermeister Peter
Kölsch sowie einen Nachdruck der von Erich Graf geschaffenen Gimbsheimer
Ansicht. Der heutige Besitzer, Roy Clifton, der dort heute ein
Künstlercafé und ein Restaurant betreibt, würdigte die Tatsache, dass zum ersten Mal
nach Abraham David wieder jemand aus Gimbsheim in dieses Haus
zurückgekehrt sei. Das Gimbsheim-Bild von Erich Graf werde dort
einen Ehrenplatz erhalten. |
Im
Heimatjahrbuch Alzey-Worms 2012 ist unter der Überschrift
"Spurensuche in Wilmington" ebenfalls ein Beitrag zu diesem Thema
erschienen. Verfasserinnen: Martina Graf und Gabriele Hannah, Fotos:
Don Adams.

Der amerikanische Traum
wurde für einen jüdischen Jungen aus Gimbsheim Wirklichkeit
Berichterstattung in der WZ v. 23.4.2011
(Bild anklicken)
Schicksal der Gimbsheimer Familie Hirsch im Dritten Reich
…Ungefähr 20 meiner Leute sind
nicht mehr... Ich habe immer Sorgen, so lange ich lebe; gut dass ich
nicht weiß, wie lange das sein wird…
(Ida Hirsch-Greif, New York, 1948)
Noch mitten unter uns
Wer von diesen jungen Männern ist Richard Hirsch? Oder anders gefragt:
Woran soll man einen "Juden" erkennen können? Was macht den Unterschied
aus bei
diesen elf Fußballfreunden, die mehr oder weniger aus ähnlichen Verhältnissen
stammen, der gleichen Freizeitbeschäftigung nachgehen, sich bei einem
sportlichen Sieg gemeinsam freuen und zusammen feiern?
Die Frage dürfte sich zu der Zeit, als die Aufnahme vor mehr als neunzig
Jahren entstand, natürlich so nicht gestellt haben. Aber schon einige
Jahre später sah das anders aus. Die Frage wurde gestellt - und
beantwortet. Mit schlimmsten Folgen für den Betroffenen: Ausgrenzung -
Denunziation - Inhaftierungen - Entzug der Staatsbürgerschaft -
Deportation - Ermordung. Wer von den elf Freunden sollte diesen Leidensweg einmal
gehen müssen?
hier klicken

© SV Gimbsheim 1911 (freundlicherweise
überlassen von Jakob Scheller)
Wo bitte gibt's die besten Hot-Dog's in New York?
Kult ist die Würstchenbude, die auf die Geschäftsidee eines Gimbsheimer
Metzgers zurückgeht, bis heute. Im gleichen Stadtteil sorgte übrigens
ein anderer Gimbsheimer als Streifenpolizist für Ruhe und Ordnung. -
Ihre Geschichte können Sie
hier
nachlesen. Appetit
holen kann man sich auch auf You tube:
http://www.youtube.com/watch?v=m4UTh42QOas
Weitere Geschichten jüdischer Auswanderer aus
Hessen-Darmstadt und der Pfalz in Bearbeitung: ein amerikanischer
Bürgermeister aus Hamm; ein finsterer Sklavenhändler aus Bechtheim;
ein Mäzen aus Gimbsheim oder
Köstlich erfrischend; Happy end in Kentucky oder wie ein
verliebter Dolgesheimer sein "beautiful red-head sweetheart" aus
Guntersblum in den USA wieder findet; die Mainzer Partnerstadt
Louisville und ihre Guntersblumer Auswanderer; zwei
Kaufhauspioniere aus Ellerstadt und Bechtheim; ein Lambsheimer, der in die
historischen Ereignisse des amerikanischen Bürgerkriegs verwickelt
wird; ein Congressman aus Kurpfalz; ein Mainzer
Blechwarenfabrikanten mit architektonischen Ambitionen; sein ebenso
berühmter wie exzentrischer Schwager, der mit einer Theatertruppe um
die Welt tingelt und dann als "Aussteiger" Holsteiner Rinder züchtet
... - In Amerika sind ihre Namen weithin bekannt, in ihrer
früheren Heimat sind sie unbekannt oder vergessen. Das GvG-Team
arbeitet an ihren Biografien
Jüdische Emigration in der
NS-Zeit: Fred Kahn und Leo Hirsch aus Gimbsheim
Schicksal der Gimbsheimer Familie Hirsch im Dritten Reich
Gegen das Vergessen: Holocaust-Opfer
aus Gimbsheim
Johanna und Leopold Hirsch aus
Büttelborn-Darmstadt
Who is who?
Wir werden nicht immer, aber inzwischen immer öfter
gefragt, wer steht eigentlich hinter dem GvG-Team. Deshalb hier unsere
Biografien in Kurzform:
Gabriele Hannah (*1959, Kirchhellen/Westfalen), Studium der
Amerikanistik in Berlin und Austin (M.A.). Sie ist in den
letzten 25 Jahren zusammen mit ihren beiden Kindern ihrem Mann, Bob
Hannah, EMA-Manager von Delta Airlines, nach Frankfurt, Stuttgart, Moskau,
London und wieder zurück nach Frankfurt gefolgt. Sie lebt mit ihrer
Familie in Mainz-Laubenheim.
Gisela Graf (*1964, Worms), Industriekauffrau, die, wenn sie keine Autos lackiert
oder beim Schrauben hilft, künstlerischen Ambitionen nachgehen kann, da
sie das Talent von Erich Graf geerbt hat. Sie lebt mit ihrem
Lebensgefährten in Osthofen in Rheinhessen.
Martina Graf (*1958, Braunschweig), Studium der Buchwissenschaft
in Mainz (M.A., Dr.phil.). Hat lange Jahre u.a. für die
Brockhaus-Enzyklopädie geschrieben und kümmert sich jetzt - neben der
Familie - hauptsächlich um Nachhilfeschüler und Windräder.
Hans-Dieter Graf (*1956, Kirchhellen), Studium der
Buchwissenschaft in Mainz (M.A.). Arbeitet als EDV-Koordinator in einer
kirchlichen Behörde. Hat viele Jahre die Kirchenbücher des Evangelischen
Dekanats Darmstadt betreut. Er wohnt zusammen mit seiner Frau Martina
und den beiden Töchtern in Seeheim-Jugenheim an der hessischen
Bergstraße. |
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